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11.08.2006: Wegen Regen Wandern statt Biken

Strecke: Am Lago di Tenno

33 Fotos

Bus: 191682 km - 191682 km

MTB: 0 km; 0 Hm

Fuß: 4 Std; 950 Hm

Bernhard:

In der Nacht hat es wieder geregnet. Daran bin ich aufgewacht. Die Wirkung vom Wein ist verflogen und ich kann nicht mehr einschlafen. Ich grüble dummerweise über meine Arbeit und kann es aber auch nicht lassen. Gegen morgen bin ich doch wieder eingeschlafen. Vor dem Aufstehen scheint ab und zu die Sonne und wir können im Trockenen frühstücken. Dann machen wir uns fertig, da wir eine MTB-Tour machen möchten. Als wir abfahrbereit sind, fängt es an zu regnen. Also sitzen wir in Radelklamotten im Bus und warten bis es aufhört. Da das wohl länger dauert machen wir einen Serienbrief für die Anfrage bei potentiellen Lokationen für unser großes Fest nächstes Jahr. Auch einen ersten Wurf der Gästeliste bekommen wir fertig. Ines ist schockiert von der großen Kinderzahl in meiner Verwandtschaft. Als wir damit fertig sind, essen wir noch und beschließen dann, daß es mit radeln heute nix mehr wird. Also ziehen wir uns um und werfen uns in die Wanderklamotten. Gleich beim Campingplatz geht laut Karte ein Wanderweg den Berg hoch. Den wollen wir mal ausprobieren.
Der Wanderweg ist sausteil und das fast gleichmäßig über fast 1000 Höhenmeter. Dazu ist der Untergrund übersät mit losen und nassen Steinen. So wird die kleine Wanderung doch recht anstrengend. Der Ausblick den wir von 1504m dann genießen ist es aber wert. Der Abstieg ist fast genau so schlimm und zieht sich ziemlich hin. Als wir wieder unten auf der Straße sind, spüren wir beide unsere Füße nicht mehr und meine Schenkel zittern bei jedem Schritt. Schon während dem Abstieg hat es genieselt. Kaum sind wir auf dem Campingplatz im Bus, schüttet es erstmal richtig. Das Wetter ist beschissen diesmal. Ines würde ohne Essen ins Bett gehen aber ich habe noch richtig Kohldampf. Kochen geht wegen dem Weter nicht. Also überrede ich Ines, daß sie sich von mir zum Essen einladen läßt. Diesmal im Restaurant zum Alpenveilchen speisen wir vorzüglich und sogar für noch weniger als beim letzten Mal. Vollgefressen kugeln wir zum Campingplatz und legen uns schlafen im Bus.

Ines:

Nach einer verregneten Nacht, sieht der morgen etwas vielversprechend aus. Oder ich bilde mir das schon ein. Wir frühstücken wieder lang und ausgiebig und schauen Zeltplatz-TV. Manche reisen ab und andere kommen an, es wird nie langweilig.
Wir machen uns für unsere 2. und hoffentlich trockene Bike-Tour fertig, aber wie kann es sein, der Regen macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir warten ab und warten ab, aber letztendich verkrümeln wir uns im Bus und überlegen, was wir nun anstellen.
Bernhard zückt den Computer und unsere ersten Hochzeitsvorbereitungen werden gestartet.
Nachdem es schon früher Nachmittag ist und es gerade mal nicht regnet, starten wir die Wandervariante. Gleich am Campingplatz gehts los. Der Einstieg sieht nicht so aus, als das ein fleißig begangener Weg ist. Und es geht gleich super steil und grölig los. Ich komme nach den ersten Metern schon voll ins schwitzen und so ziehe ich erst die Bluse und nach wenigen Metern die Beiner aus. Puh, die schönen Alpenveilchen am Rande bekommt man kaum mit vor Plackerei. Und wie bei der Radltour, hinter der nächsten Biegung wird es nicht flacher. Manchmal denke ich, ich kippe nach hinten um, wenn ich aufrechter gehe oder ich müsse mich an den Steinen am Boden festhalten. Unheimlich ist, dass einem kein einziger Mensch begegnet. Naja bis auf den Mann mitten im Wald an seiner Hütte. Wir krazeln und krazeln. Das Wetter hält sich. Schade, dass alles so zugewachsen ist und man keinen Ausblick hat (aber das werden wir später noch zu schätzen wissen). Die Markierung der Wege ist unterschiedlich gut und die Karte enthält viel weniger Wege, als es in Wirklichkeit gibt.
Aber wir schaffen es. Mit letzter Kraft erklimmen wir den Gipfel (ich weiß noch nicht mal den Namen). Bernhard ist enttäuscht, dass es kein Gipfelkreuz gibt, aber da läßt sich ja Abhilfe schaffen.
Es bleibt gerade mal noch Zeit, sich schön warm anzuziehen und schon kommen bedrohliche Wolken auf uns zu. Man, noch nicht mal in Ruhe einen Apfel kann man hier essen und den spärlichen Ausblick genießen. Wir nehmen die Füße in die Hand und marschieren talwärts. Der Geröllweg hoch war schon stressig. Aber der Weg abwärts ist nur gefährlich, denn es fängt, wie kann es anders sein, an zu schiffen. Die Bäume schützen uns,so dass uns die Regenjacke erspart bleibt, denn wir schwitzen so schon genug.
Völlig fertig kommen wir am Bus an und dann pladdert es so richtig los. Mit kochen wird das wohl dann nix. Ein paar von den Zeltlern haben wir zu einer Pizzeria gehen sehen und so beschließen wir, diese auch aufzusuchen und sind sehr angnehm überrascht und futtern lecker und wie immer unvernünftig viel!!! Kugelrund und mit schweren Beinen fallen wir ins Bett.

Anmerkung zur Kinderzahl: Bei 115 Gästen, 38 Kinder = das übersteigt meine Vorstellung von stressfreier Hochzeit.
Fund des Tages: ein fetter Herzensstein

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